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Samstag, 24. Februar 2018

Der vegane Garten im Frühjahr

Bio- vegan Gärtnern im Frühjahr

Wenn der Boden des Gemüsebeetes an der Oberfläche etwas abgetrocknet ist und wenn kein Schnee mehr darauf liegt, wird er mit einer Harke gelockert. Hier liegt momentan auf dem Beet noch Schnee, denn dieses Jahr ist der Winter noch einmal zurückgekommen. In so einem Fall lässt sich die Zeit gut zum Planen und für die Aussaat im Haus nutzen:
Biovegane Gärtnerin
Bodenvorbereitung
Zur Planung des Gemüsebeets nehme ich ein einfaches Blatt Papier und zeichne die Fläche auf. Dann schreibe ich die geplanten Pflanzen ein. Dabei ist die Mischkultur zu beachten  Ich wähle die Pflanzen hauptsächlich nach Geschmack aus. Für Gartenanfänger empfiehlt es sich, Gemüse zu verwenden, das relativ anspruchslos ist. Dazu gehören grüne Bohnen, Lauch, Zucchini, Kürbis und  Tomaten. Pflegeleicht ist auch Blatt- und Pflücksalat. Das Schöne ist, er wächst immer wieder nach. Ruccola ist ebenso empfehlenswert und lecker.
Der vegane Garten Salate peaceful gardening
Darüber hinaus ist eine Ecke mit Kräutern, Ringelblumen, Kornblumen und Bienenschmaus eine gute Sache für Gartenanfänger und natürlich für die Bienen und Insekten. Ringelblumen kann man ab April im Freiland aussäen. Die Blütenblätter werden für Tee und zur Herstellung von Salben und Tinkturen verwendet.
Vegan Gärtnern Ringelblume



Aussaat- oder der Garten auf der Fensterbank

Für die Aussaat und Vorkultur im Zimmer lassen sich ganz einfach selbst kleine Anzuchttöpfe basteln, denn die angebotenen Torftöpfchen sind unökologisch und auch nicht billig. Man nimmt einfach Papprollen vom Toilettenpapier und schneidet sie in der Mitte durch. Ebenso kann man aus Zeitungspapier Töpfchen basteln, es gibt im Internet viele Faltanleitungen dazu und sogar einen „paperpotter“. Das ist ein Holzgerät, mit dem man die Töpfchen perfekt hinbekommt.
Und es empfiehlt sich,  Gemüseplastikschalen und Sojayoghurtbecher zu sammeln und ggf. ein paar Löcher in den Boden stanzen. Natürlich ist es besser, möglichst wenig Plastik zu kaufen, aber wenn man es schon mal hat, kann es auch wiederverwendet werden.
Pflanztöpfchen Klopapierrolle
Klopapierrolle wird Pflanztopf
Ausgediente Tupperdosen können ebenfalls umweltschonend als Pflanzschale jedes Jahr wieder verwendet werden.
Vegane Garten Aussaat
Recyclingtöpfchen mit Paprikasaat

Für eine vegane Aussaaterde mischt man :
 
Ca. 50 % Garten-oder Blumenerde (ohne Torf ) mit ca. 20 % Reifkompost, ca. 15 % Sand und ca. 15 % Gesteinsmehl.
Das Rezept ist aktualisiert. Ich habe im Lauf der Jahre herum experimentiert und nun das Mischungsverhältnis ( altes Rezept war von 2013) geändert. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, und vom Profi gemischte Erde bevorzugt:  es gibt eine vegane Aussaaterde von der Firma Ökohum. Diese ist in vielen Bioläden erhältlich.

Zudem sind Kokosblöcke eine Alternative zu Torf. Man erhält sie mit Fairtrade Siegel in vielen Weltläden. Sie werden in Wasser eingeweicht und bekommen dann das achtfache Volumen an Pflanzerde.  Wer noch keinen Kompost angelegt hat, kann im Internet schauen, ob es in der Nähe ein Kompostwerk gibt, das ist oft bei Recyclinghöfen der Fall. Dort dürfen üblicherweise keine tierlichen Bestandteile enthalten sein, empfehle es aber, immer telefonisch nachzufragen. Gesteinsmehl und Kalk erhält man in Gärtnereien und Baumärkten.
Vegan gärtnern Aussaat DIY
Erde, Pflanzschalen, Kresse, Ringelblumen- und Paprikasaaten

Tomaten- Sprösslinge

Ein paar einfache Tipps für die Aussaat 

Im Februar und März ist Hauptsaison für die Aussaat der meisten Pflanzen im Haus. Es gibt verschiedene Arten von Samen. Die kleinen sollte man mit etwas trockenem Sand vermischen, so kann man sie gleichmässiger in der Erde verteilen. Lichtkeimer werden überhaupt nicht abgedeckt. Die größeren Saatkörner kann man mit dem Finger leicht andrücken und mit etwas Erde bedecken. Damit sie beim Gießen nicht ausschwemmen, gibt es einen tollen Trick: in den Schraubverschluß einer Flasche mit einer Nadel feine Löcher pieksen, so werden die Pflanzen fein begossen. Man kann sie auch fein mit Wasser besprühen. Oder eine kleine Spielzeug- Giesskanne mit Tülle verwenden. Ich gieße die kleinen Pflänzchen auch gern mit einer dünnstieligen Orchideenkanne.
Im März kann mit der Aussaat vieler Samen begonnen werden. Dieses Jahr züchte ich Paprika, Brokkoli, Cosmea, Rosenkohl, Kresse, Petersilie, Karotten, Gurken, Mangold und Tomaten an. Wichtig ist es, für die verschiedenen Zeiten die Angaben auf den Samentüten zu beachten.

Im März werden im Garten Spinat, Knoblauch, Chicorée und Zwiebeln ausgesät. Ebenso kann man im Frühjahr Erdbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren pflanzen.
Die würzige Petersilie kann Ende März/Anfang April direkt ins Freiland gesät werden. Im April kann man ebenso Frühkartoffeln auslegen. Als Mischkultur zu Kartoffeln ist Kümmel ideal, er hält den Kartoffelkäfer fern.
Lavendel , Clematis und Hortensien lassen sich im März zurückschneiden.




Donnerstag, 4. Mai 2017

Wozu ein bio-veganes Gartenbuch , und wie geht das überhaupt, das vegane Gärtnern ?


biovegan gärtnern und peaceful gardening

Ein kurzes Interview
auch nachzulesen beim Bund für vegane Lebensweise : [Update: der BVL ist im November 2017 aufgelöst worden und auch die Homepage gibt es nicht mehr. Der Link führt deshalb nun hierher zum blogpost,  so lässt sich das Interview weiterhin lesen. ]

"Da wir vom BVL gerne gärtnern, haben wir Susanne Heine, der Autorin von peaceful gardening  3 Fragen zum veganen Garten gestellt."


1. Welche Lücke schließt deiner Meinung nach ein bioveganes Gartenbuch?

In handelsüblichen Düngemitteln findet man tierische Produkte wie Haarmehle u. Knochenmehle,  die nicht deklariert werden müssen. In den Büchern über das Biogärtnern stößt man immer wieder auf die Empfehlung, diese Düngemittel oder auch Hornspäne zu verwenden. Hornspäne sind übrigens nicht nur aus Hörnern, sondern größtenteils aus den Klauen der getöteten Tiere und können ganz leicht durch pflanzliche Stoffe ersetzt werden!
Zudem liest man selbst in sehr achtsamen Gartenbüchern, die von einem naturnahen Garten handeln, immer wieder Tipps, wie man beispielsweise Schnecken tötet und Fallen für Mäuse aufstellt.
Ein rundherum tierfreundliches Bio-Gartenbuch hat gefehlt, finde ich.


2. Was hältst du davon Regenwurmfarmen anzulegen, Laufenten zu halten oder bestimmte sogenannte Nützlinge anzuschaffen, die dann andere Insekten töten (welche an unser Gemüse wollen) ?
Eine ausgeprägte “Nützlinge” gegen “Schädlinge” Strategie, also bestimmte Tiere anzuschaffen um andere zu vertreiben, halte ich für kurzsichtig. Ich bin eher ein Vertreter des behutsamen Gärtnerns und außerdem habe ich als (ethisch motivierte) Veganerin die Einstellung, dass kein Tier auf der Welt ist, nur um eliminiert oder für unsere Zwecke gehalten zu werden. Auch Laufenten zu halten, damit sie Schnecken vertilgen, widerspricht diesem ethischen Gedanken.
Okay wäre es, wenn ich – wie ein Lebenshof – befreite Enten habe, oder, wenn ich im Garten Lebensräume für freie Tiere schaffe. Letztendlich möchte ich aber nicht so viel eingreifen und die Natur machen lassen, denn sie balanciert sich so gut von selbst aus, das kann man sehr gut in einem bioveganen Garten beobachten, jeden Tag. Ich habe auch Rezepte für Pflanzenschutzmittel im Buch, diese werden jedoch nur vorbeugend genutzt, zum Beispiel wird ein Sud aus Kapuziner Kresse auf das Beet gesprüht , um Schnecken fernzuhalten.


3. Wie bist du an die Sache herangegangen und erntest du auch viel in deinem tierfreundlichen Garten?
Ich habe nach sanften Methoden gesucht und diese ausprobiert. Wie zum Beispiel das Mulchen oder das Düngen mit Beinwelljauche. Außerdem schätze ich die Mischkultur, sie ist sehr effektiv, denn Pflanzen schützen und unterstützen sich gegenseitig – ganz ohne Chemie und dabei gewaltfrei. Und ich habe mich im Handel nach veganen Düngemitteln , sowie nach veganer Blumenerde umgeguckt, und auch herausgefunden, wie ich sie selbst mische.
Nach 6 Jahren Erfahrung kann ich sagen: das friedliche, biovegane Gärtnern funktioniert, ich ernte auf diese Weise jedes Jahr einiges an Gemüse, Obst und Kräutern!
Ernte im bioveganen Garten von Susanne Heine
Ernte im bioveganen Garten

Pressemeinung zum Buch:
„Das biovegane Gartenbuch –peaceful gardening– liest sich wie ein schöner Erlebnisbericht. Veganerin Susanne Heine erzählt, wie man allein mit Pflanzenkraft wunderbar gärtnern kann, was die Symbiose mit freilebenden Tieren bewirkt und welche Blumen, Beeren, Kräuter und Gemüse sich für den bioveganen Garten perfekt eignen.“ A. Ringhofer **Maxima**

Sonntag, 9. April 2017

Biovegan Gärtnern- Der Garten im April

Die ersten warmen Frühlingstage sind da. Eine gute Zeit, den Boden des Gartens vorzubereiten, beispielsweise, indem man Kompost einarbeitet. Um die eigene Scholle genau kennen zu lernen , sollte man vorab eine Handprobe machen. Grob gesehen gibt es drei Arten des Bodens, Sand, Lehm- und Tonboden:
der biovegane garten susanne heine
Sanfte Bodenbearbeitung mit dem Grubber
Ideal ist der Lehmboden, er ist feucht, leicht krümelig und es sind viele Regenwürmer zu sehen.

Der leichte Sandboden ist durchlässig, gibt Wurzeln wenig Halt, auch können leichter Nährstoffe aus ihm ausgewaschen werden. Man erkennt ihn daran, dass die Körner aus der Hand rieseln. Er kann mit Kompostzugaben, durch Mulchen, Gründüngung, und beispielsweise dem Zufügen von Lehm oder Betonit verbessert werden. Bentonit ist ein Bodenhilfsstoff aus Tonmehl, das zu kleinen Klümpchen zusammengepresst wird. Es gibt dem sandigen Boden Struktur und verbessert die Wasserhaltefähigkeit.
Einen schweren Boden erkennt man daran, dass er sich kneten und formen lässt. So ein verdichteter Tonboden lässt die Nährstoffe nicht gut zirkulieren. Man kann ihn durch Sand und häufige Lockerung verbessern.
Auch den ph Wert des Bodens kann man testen lassen.
Es gibt Testsets mit Karten und einem Pulver , man lässt dann bei einem Institut auswerten. Dafür sendet man mehrere Bodenproben ein. Adressen dazu gibt es im Internet. Die Tests sind in Gärtnereien erhältlich, oder über einen Versand.

Erster Frühlingsalat aus dem Garten

Salat selbst angebaut
Frühlingssalat


Ab Mitte April, wenn es etwas wärmer ist, kann Salat angepflanzt werden. Als Frühlingssalate sind grüner und roter Eichblattsalat und Kopfsalat geeignet. Radieschen passen gut als Mischkultur daneben. Salate kann man wochenlang ernten. Pflücksalate wachsen nach, wenn man das Herz stehen lässt und Schnittsalate bilden neue Blätter.

Kräuter & Blumen im Garten und auf dem Balkon

Kräuter auf Balkon S.Heine
Salat und Kräuter
Nach dem letzten Frost kann man beginnen, einen Kräutergarten anzulegen. Die Beete sollte man gut vorbereiten, Beikraut entfernen und den Boden lockern. Kräuter lieben einen sonnigen Standort. Beim Düngen gilt: “oft ist weniger mehr”.

Man kann sie auch wunderbar auf dem Balkon anbauen. Sehr hübsch finde ich es, Blumen mit Kräutern zu mischen. Letztes Jahr hatte ich Gänseblumen und Dill, sowie Petunien und Majoran in einem Kasten.( siehe Fotos)
Petunien und Kräuter S.Heine
Petunie und Majoran


Wer Kräuter als  Pflanzen kaufen möchte, sollte das am besten in Bioläden oder Gärtnereien tun und darauf achten, dass die Pflanzen gesund sind. Ruhig etwas aus dem Topf ziehen und sich die Wurzel anschauen, ist sie weiß und durchzieht den ganzen Ballen, ist es eine kräftige Pflanze. Nach dem Kauf direkt in einen größeren Topf umtopfen.

Wer Kräutersamen direkt ins Freiland säen möchte, kann einfach auf den Saat-Tütchen schauen, wann jeweils der richtige Zeitpunkt dafür ist.
peaceful gardening
Ringelblume

Für den Blumen-Kräutermix eignen sich besonders Ringelblumen ( Calendula). Sie lassen sich schon im April ins Freiland oder in Balkonkästen säen. Die leuchtenden gelben Blumen sollten in keinem Garten fehlen, ausserdem sind sie pflegeleicht und wachsen immer wieder nach.

Die Blüten sind essbar und es lassen sich u.a. Tinkturen und biovegane Hautsalben daraus machen. Sie sind gut für den Boden, da sie Fadenwürmer fernhalten.

Und Insekten lieben sie auch!
Die meisten Kräuter mögen die Wärme, es gibt auch welche die überwintern, z.B. Rosmarin und Lavendel. Praktisch ist es, diese in Kübel zu pflanzen und im Winter bei langanhaltenden Frostperioden reinzuholen.



Wenn es warm ist, kann man die Kübel wieder rausstellen, am besten an eine Südwand oder ein geschützes sonniges  Plätzchen. Oder im Garten eine Kräuterspirale anlegen! Und auf dem Balkon angebaute Gewürzkräuter sind besonders praktisch-so kann man sie ernten und schnell , ganz frisch in der veganen Küche verwenden.
Beispielsweise Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Thymian, Lavendel, Majoran, Dill und Rosmarin. Kräuter mögen es durchlässig und nicht zu nährstoffreich.

Dafür nehmen wir eine Mischung Torf-freie Blumenerde, Sand und ganz wenig reife Komposterde o. etwas veganen Dünger. ( gibts im Bioladen oder es eignen sich Phytoperls !
Dazwischen macht man eine Drainage aus Tonscherben oder Kies.

Wer liebt nicht den Duft von Lavendel und die Würze von Rosmarin? Kräuter sind in der veganen Küche eine echte Bereicherung.
Rosmarin Focaccia

Rezept für Rosmarin-Focaccia:

  • 20 g  frische Hefe ( oder 1/2 Tütchen Trockenhefe )
  • 250 g Mehl
  • 1 Prise Rohrohrzucker
  • 150ml lauwarmes Wasser
  • 1/2 Tl Salz
  • 4 El Olivenöl ( Bio)
  • 1 El feingehackter Rosmarin
  • 1 El Rosmarinnadeln
  • 1 Tl grobes Meersalz
Hefe und Zucker mit 2 El lauwarmem Wasser mischen. Das restliche Wasser unterrühren-die  Mischung für 10 Minuten beiseite stellen. Das Mehl in einer Schüssel mit dem Salz, Olivenöl, dem gehackten Rosmarin und der Hefemischung  mischen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 5  Minuten leicht kneten. Mit einem Tuch zudecken und 45 Minuten gehen lassen-sollte doppeltes Volumen bekommen.
Den Backofen auf 200 Grad vorheizen, Teig nochmal kräftig durchkneten und zu einer Kugel formen.
Diese zu einem ungefähr 2 cm dicken Fladen drücken.
Mit dem restlichen Olivenöl bestreichen, mit Rosmarinnadeln und groben Meersalz bestreuen und ca. 20 Minuten backen.

Sehr lecker zu Tomatensalat.  
Tipp: Mit Ofengemüse zauberst Du daraus ein komplettes veganes Hauptgericht !

Ich habe ein einfaches  Kräuterbeet angelegt, das schon von weitem duftet !
Als biovegane Gärtnerin probiere ich weiter viel aus und merke, dass man durch das Beobachten am meisten über den Garten lernt.
Mirabellenblüte <3
**Nun ist aus diesen Erfahrungen ein Buch geworden:  peaceful gardening.


Samstag, 6. Februar 2016

Bergbohnenkraut- im ganzen Jahr frisches Aroma für vegane Pizza und Pasta



Das Bergbohnenkraut (Satureja montana), auch Winterbohnenkraut genannt, ist mehrjährig und hat ein noch intensiveres Aroma als das Sommer- Bohnenkraut. 
Die Blätter sind dunkelgrün, die Blüten rosa, weiß oder lila gefärbt. Die Blüten sind besonders würzig und können ebenso gegessen und auch getrocknet werden.
Aroma für die vegane Küche
Blühendes Bohnenkraut in meinem bio-veganen Garten

Man kann es übrigens prima statt Pfeffer verwenden, denn es hat einen pfeffrigen Geschmack, ist jedoch bekömmlicher.
Das Aroma ist zur Blüte zwischen Juli bis September am intensivsten, Winterbohnenkraut kann jedoch das ganze Jahr über geerntet werden. Manchmal steht im Winter nur noch der Stock da, meist bleibt aber genug davon grün! 
Ich habe mir diesen Winter sogar bei Minusgraden Bergbohnenkraut aus dem Garten geholt. 
Es schmeckt nicht nur zu Bohnen, sondern besonders gut zu veganer Pizza, Pasta oder zu mediterranen Gemüsegerichten, da es zu dem "Pfeffrigen" auch einen leichten Oreganogeschmack hat!
Auch getrocknet bleibt es würzig.

Bienen lieben es 

Das blühende Winterbohnenkraut ist übrigens eine echte Bienenschmaus -Pflanze. Auch Hummeln und andere Insekten tummeln sich gern um und auf den Blüten.

Anbau

Winterbohnenkraut liebt einen sonnigen Standort. Die Erde vorher mit etwas Kompost anreichern und lockern. Die Samen sind Lichtkeimer und dürfen also nicht mit Erde bedeckt werden. Sie sind zudem so klein, dass ich sie immer in ein geknicktes Blatt Papier lege und so vorsichtig in die Saatrillen rieseln lasse. Ich habe es übrigens im Kasten vorgezogen und dann in den Garten gepflanzt.

Kräuter für die vegane Küche
Bergbohnenkraut, auch Winterbohnenkraut genannt

Pflege

Kaum gießen, das Winterbohnenkraut mag es wirklich trocken.
Bergbohnenkraut ist robust, pflegeleicht und- wie sein Zweitname schon sagt-winterhart. 
Im Frühjahr schneide ich es bis kurz über dem Boden zurück , es treibt dann kräftig wieder neu aus.
Wer es gern würzig mag, für den ist es eine echt empfehlenswerte Pflanze , Bergbohnenkraut sollte in keinem Kräutergarten fehlen! Auch für den Balkon ist es super gut geeignet.

Dienstag, 19. Januar 2016

Bioveganes Gärtnern ist für mich auch Gärtnern ohne "blinden Fleck".


Gedanken zum veganen Garten.

Das klingt ja erstmal merkwürdig, "Gärtnern ohne blinden Fleck". Was ist darunter zu verstehen?

In der Regel versuchen vegane GärtnerInnen sich in die anderen Lebewesen einzufühlen und dafür zu sorgen, dass alle Tiere und Menschen sich wohlfühlen können. Ich picke mir jedenfalls nicht " wahllos" einzelne Tiere heraus, die ich besonders umsorge. Im ökoveganen Garten hilft man nicht dem Igel und hat aber gleichzeitig das Knochenmehl von getöteten Tieren als Dünger im Beet.
veganer Dünger
Dünger ohne tierische Bestandteile
Schlachtabfälle im Dünger? Das möchte ich auf keinen Fall kaufen, geschweige denn in meinem Garten haben ! Wie gut, dass ich es mir angewöhnt hab, bei den Produkten-in diesem Fall Düngemitteln- genauer hinzusehen, ob sie auch wirklich vegan sind. In den meisten befinden sich bei näherer Betrachtung oder Nachfrage tierische Inhaltsstoffe.

Als ich anfing vegan zu leben, wurde ich nach und nach in vielen Dingen immer achtsamer, ich glaube, das geht nicht nur mir so

bio vegan gemüse
Gemüse aus dem Garten

So kam ich auf den Gedanken, es wäre  "Gärtnern ohne blinden Fleck".
Doch es geht ja nicht nur um die gekauften Düngemittel und Pflanzerden.
veganer Garten
Rucola, Kapuziner Kresse und Zucchini im Beet
"vegans try to suck less"...und das auch im Garten


Denn auch der "vegane Pflanzenschutz" ist friedlich, ich möchte ja keinem Tier mit Absicht weh tun! So versuchen vegane GärtnerInnen, möglichst wenig Schaden anzurichten. Das ist der springende Punkt, der wesentliche Unterschied zu anderen Anbauweisen.

Wie gehen wir nun praktisch im bio-veganen Garten vor?

Es kommen keine Fallen oder Gifte zum Einsatz. Niemals würde ich zum Beispiel eine Schnecke oder eine Wühlmaus tötenUnd auch in meinem Gartenbuch- peaceful gardening- kommt so etwas Schreckliches natürlich nicht vor.
Im Gegenteil, es finden sich darin nur Gartenpraktiken, die friedlich sind.
Biovegan schützt man die Pflanzen mit Umsicht, Vorbeugung, selbstgemachten Pflanzentees, durch Mischkultur und durch die Artenvielfalt. (Wenn es dich interessiert, hier hinterlegt findest du einen Artikel zum Thema Artenvielfalt.)

Auch das Mulchen mit Kräutern bei erkrankten Pflanzen kann helfen oder Pflanzenjauchen zur Stärkung- alles ganz natürliche und dabei vegane Methoden. Und nicht zu vergessen der mechanische Schutz: Kulturschutzvliese, Pflanzenhüte, Draht um Wurzeln, Gitter gegen Wühlmäuse im Hochbeet und Schneckenzäune.
Das klingt alles viel komplizierter als es ist, und heraus kommt dabei am Ende viel leckeres Obst und Gemüse! :-)

peaceful gardening
Im Spätsommer nochmal aus den Puschen gekommen-mein bioveganes Mischbeet im Herbst!

Hilfe für Gartenbesucher -und Bewohner

Ich schätze die wilden Tiere, die im Garten vorbeikommen oder sogar ihre Tierkinder großziehen, sehr. Vom Igel bis zum Vogel, dem Maulwurf, der Fledermaus, den Bienen, dem Regenwurm oder den Schmetterlingen. 
Tierfreundlichkeit kann man das noch nicht nennen, wenn man Tiere nicht tötet, weil sie einen Kohlkopf "bedrohen" könnten. Es gehört m.E. dazu, extra gut für Nahrung, Lebensräume, Schutz, Unterschlupf für Tiere zu sorgen.
veganer Garten
Gimpel

vegan
Gemischtes Vogelfutter

Den Gartenbewohnern helfen, das kann man durch viele Sachen und Aktionen, da lernt man nie aus. Um diese Jahreszeit füttern wir natürlich die Vögel im Garten und ich lerne immer mehr darüber. 
Das alles macht mir wahnsinnigen Spaß. Kann kaum beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich entdeckt habe, dass Vögel tatsächlich in dem selbstgeschreinerten Nistkasten nisten, Insekten das "Hotel" nutzen und Igel im Garten ihre Winterschlafplätze gefunden haben. Neulich hat sich zum ersten Mal ein Eichhörnchen ´ne Walnuss aus dem Nusshaus geholt. Mit Glück kann ich hoffentlich einen dieser netten puscheligen Gartenbewohner einmal dabei fotografieren. Dann stelle ich das hier rein!
Bald geht es im Garten wieder los mit dem Anbau, ich freue mich schon, und ich weiß, vielen GärtnerInnen geht es ganz genauso. :-) 
Susanne Heine (Autorin von peaceful gardening, einem Praxisratgeber zum bio-veganen Gärtnern  )
Text und Fotos urheberrechtlich geschützt. 

bioveganer Pflanzenschutz
Salat mit Vlies geschützt


Nistkasten in meinem veganen Garten
Nistkasten im Kastanienbaum