Samstag, 6. Februar 2016

Bergbohnenkraut- im ganzen Jahr frisches Aroma für vegane Pizza und Pasta



Das Bergbohnenkraut (Satureja montana), auch Winterbohnenkraut genannt, ist mehrjährig und hat ein noch intensiveres Aroma als das Sommer- Bohnenkraut. 
Die Blätter sind dunkelgrün, die Blüten rosa, weiß oder lila gefärbt. Die Blüten sind besonders würzig und können ebenso gegessen und auch getrocknet werden.
Aroma für die vegane Küche
Blühendes Bohnenkraut in meinem bio-veganen Garten

Man kann es übrigens prima statt Pfeffer verwenden, denn es hat einen pfeffrigen Geschmack, ist jedoch bekömmlicher.
Das Aroma ist zur Blüte zwischen Juli bis September am intensivsten, Winterbohnenkraut kann jedoch das ganze Jahr über geerntet werden. Manchmal steht im Winter nur noch der Stock da, meist bleibt aber genug davon grün! 
Ich habe mir diesen Winter sogar bei Minusgraden Bergbohnenkraut aus dem Garten geholt. 
Es schmeckt nicht nur zu Bohnen, sondern besonders gut zu veganer Pizza, Pasta oder zu mediterranen Gemüsegerichten, da es zu dem "Pfeffrigen" auch einen leichten Oreganogeschmack hat!
Auch getrocknet bleibt es würzig.

Bienen lieben es 

Das blühende Winterbohnenkraut ist übrigens eine echte Bienenschmaus -Pflanze. Auch Hummeln und andere Insekten tummeln sich gern um und auf den Blüten.

Anbau

Winterbohnenkraut liebt einen sonnigen Standort. Die Erde vorher mit etwas Kompost anreichern und lockern. Die Samen sind Lichtkeimer und dürfen also nicht mit Erde bedeckt werden. Sie sind zudem so klein, dass ich sie immer in ein geknicktes Blatt Papier lege und so vorsichtig in die Saatrillen rieseln lasse. Ich habe es übrigens im Kasten vorgezogen und dann in den Garten gepflanzt.

Kräuter für die vegane Küche
Bergbohnenkraut, auch Winterbohnenkraut genannt

Pflege

Kaum gießen, das Winterbohnenkraut mag es wirklich trocken.
Bergbohnenkraut ist robust, pflegeleicht und- wie sein Zweitname schon sagt-winterhart. 
Im Frühjahr schneide ich es bis kurz über dem Boden zurück , es treibt dann kräftig wieder neu aus.
Wer es gern würzig mag, für den ist es eine echt empfehlenswerte Pflanze , Bergbohnenkraut sollte in keinem Kräutergarten fehlen! Auch für den Balkon ist es super gut geeignet.

Dienstag, 19. Januar 2016

Bioveganes Gärtnern ist für mich auch Gärtnern ohne "blinden Fleck".


Gedanken zum veganen Garten.

Das klingt ja erstmal merkwürdig, "Gärtnern ohne blinden Fleck". Was ist darunter zu verstehen?

In der Regel versuchen vegane GärtnerInnen sich in die anderen Lebewesen einzufühlen und dafür zu sorgen, dass alle Tiere und Menschen sich wohlfühlen können. Ich picke mir jedenfalls nicht " wahllos" einzelne Tiere heraus, die ich besonders umsorge. Im ökoveganen Garten hilft man nicht dem Igel und hat aber gleichzeitig das Knochenmehl von getöteten Tieren als Dünger im Beet.
veganer Dünger
Dünger ohne tierische Bestandteile
Schlachtabfälle im Dünger? Das möchte ich auf keinen Fall kaufen, geschweige denn in meinem Garten haben ! Wie gut, dass ich es mir angewöhnt hab, bei den Produkten-in diesem Fall Düngemitteln- genauer hinzusehen, ob sie auch wirklich vegan sind. In den meisten befinden sich bei näherer Betrachtung oder Nachfrage tierische Inhaltsstoffe.

Als ich anfing vegan zu leben, wurde ich nach und nach in vielen Dingen immer achtsamer, ich glaube, das geht nicht nur mir so

bio vegan gemüse
Gemüse aus dem Garten

So kam ich auf den Gedanken, es wäre  "Gärtnern ohne blinden Fleck".
Doch es geht ja nicht nur um die gekauften Düngemittel und Pflanzerden.
veganer Garten
Rucola, Kapuziner Kresse und Zucchini im Beet
"vegans try to suck less"...und das auch im Garten


Denn auch der "vegane Pflanzenschutz" ist friedlich, ich möchte ja keinem Tier mit Absicht weh tun! So versuchen vegane GärtnerInnen, möglichst wenig Schaden anzurichten. Das ist der springende Punkt, der wesentliche Unterschied zu anderen Anbauweisen.

Wie gehen wir nun praktisch im bio-veganen Garten vor?

Es kommen keine Fallen oder Gifte zum Einsatz. Niemals würde ich zum Beispiel eine Schnecke oder eine Wühlmaus tötenUnd auch in meinem Gartenbuch- peaceful gardening- kommt so etwas Schreckliches natürlich nicht vor.
Im Gegenteil, es finden sich darin nur Gartenpraktiken, die friedlich sind.
Biovegan schützt man die Pflanzen mit Umsicht, Vorbeugung, selbstgemachten Pflanzentees, durch Mischkultur und durch die Artenvielfalt. (Wenn es dich interessiert, hier hinterlegt findest du einen Artikel zum Thema Artenvielfalt.)

Auch das Mulchen mit Kräutern bei erkrankten Pflanzen kann helfen oder Pflanzenjauchen zur Stärkung- alles ganz natürliche und dabei vegane Methoden. Und nicht zu vergessen der mechanische Schutz: Kulturschutzvliese, Pflanzenhüte, Draht um Wurzeln, Gitter gegen Wühlmäuse im Hochbeet und Schneckenzäune.
Das klingt alles viel komplizierter als es ist, und heraus kommt dabei am Ende viel leckeres Obst und Gemüse! :-)

peaceful gardening
Im Spätsommer nochmal aus den Puschen gekommen-mein bioveganes Mischbeet im Herbst!

Hilfe für Gartenbesucher -und Bewohner

Ich schätze die wilden Tiere, die im Garten vorbeikommen oder sogar ihre Tierkinder großziehen, sehr. Vom Igel bis zum Vogel, dem Maulwurf, der Fledermaus, den Bienen, dem Regenwurm oder den Schmetterlingen. 
Tierfreundlichkeit kann man das noch nicht nennen, wenn man Tiere nicht tötet, weil sie einen Kohlkopf "bedrohen" könnten. Es gehört m.E. dazu, extra gut für Nahrung, Lebensräume, Schutz, Unterschlupf für Tiere zu sorgen.
veganer Garten
Gimpel

vegan
Gemischtes Vogelfutter

Den Gartenbewohnern helfen, das kann man durch viele Sachen und Aktionen, da lernt man nie aus. Um diese Jahreszeit füttern wir natürlich die Vögel im Garten und ich lerne immer mehr darüber. 
Das alles macht mir wahnsinnigen Spaß. Kann kaum beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich entdeckt habe, dass Vögel tatsächlich in dem selbstgeschreinerten Nistkasten nisten, Insekten das "Hotel" nutzen und Igel im Garten ihre Winterschlafplätze gefunden haben. Neulich hat sich zum ersten Mal ein Eichhörnchen ´ne Walnuss aus dem Nusshaus geholt. Mit Glück kann ich hoffentlich einen dieser netten puscheligen Gartenbewohner einmal dabei fotografieren. Dann stelle ich das hier rein!
Bald geht es im Garten wieder los mit dem Anbau, ich freue mich schon, und ich weiß, vielen GärtnerInnen geht es ganz genauso. :-) 
Susanne Heine (Autorin von peaceful gardening, einem Praxisratgeber zum bio-veganen Gärtnern  )
Text und Fotos urheberrechtlich geschützt. 

bioveganer Pflanzenschutz
Salat mit Vlies geschützt


Nistkasten in meinem veganen Garten
Nistkasten im Kastanienbaum