Sonntag, 3. September 2017

Biovegan gärtnern im September- Baumspinat, Tiere im Garten, Gründüngung, Kürbisse



 Veganer Garten Anfang September

Der vegane Biogarten im September


Ich möchte diesen Monat eine Pflanze vorstellen, die gut für Gartenanfänger*innen geeignet ist. Es handelt sich um den Baumspinat, von dem es heißt: “Einmal pflanzen – immer ernten”. Vor ein paar  Jahren  habe ich ihn eingepflanzt und er hat sich im Garten selbst ausgesät. Anfang September kommt der Baumspinat jedes Jahr wieder. Auch dieses Jahr  stehen im Gemüsebeet bereits wieder ein paar dieser unkomplizierten, urspünglich asiatischen Pflanzen. Die geschmackvollen Blätter des Baumspinats kann man als Salat essen oder wie Spinat zubereiten. Sie wachsen schnell immer wieder nach.

Baumspinat
Es gibt mehrere Sorten , die botanische Bezeichnung für den Baumspinat in meinem Garten lautet Riesen-Gänsefuß (chenopodium giganteum). Genau wie der weiße Gänsefuß ist er eine gute Quelle an Vitamin C und A. Der Weiß-Gänsefuß ist als Wildpflanze bei uns heimisch, man kann ihn also auch außerhalb des Gartens ernten.



Gründüngung


Als natürlichen Bodenschutz bietet sich im September die Einsaat einer Gründüngung an. Es lässt sich gut beobachten: in der Natur begrünt sich ein sich selbst überlassener Boden in kurzer Zeit!

Anfang des Monats habe ich dafür Phacelia ( Bienenfreund) ausgesät. Phacelia hat den Vorteil, mit keiner Gemüseart verwandt zu sein, also kann man auf der Fläche danach jedes Gemüse anpflanzen , da man die Fruchtfolge nicht beachten muß. Außerdem bietet die Pflanze eine gute Nahrungsquelle für Bienen, wie der Name schon sagt.

Gründüngung, im Hintergrund Kürbis

Innerhalb von ca. 3 Wochen entsteht eine üppige grüne Pflanzendecke. Diese schützt im Winter den Gartenboden. Er bleibt krümelig, weil er von starkem Regen und Sonne nicht durchnässt oder ausgetrocknet wird. Die Pflanzen entziehen dem Boden restliche Nährstoffe, die in den Wurzeln konserviert werden. Dadurch entsteht wertvoller Humus. Im Frühjahr wird die Gründüngung in den Boden eingearbeitet. Dafür sollte man 2 Wochen vor dem Pflanzen und Säen der Gemüsearten die Fläche umgraben. Man kann praktischerweise auch den Kompost damit anreichern. So erhält man ein natürliches, veganes Düngemittel.

Tiere im Garten- Tipps für den September:


Die Zeit ist gut, um Nistkästen zu säubern, denn sie stehen nun meistens leer. Die Vögel haben ihren Nachwuchs großgezogen. Die Kleintiere, die in Nistkästen überwintern, und Vögel die in ihnen übernachten, suchen diese erst im Herbst, wenn es kälter wird auf. Bevor ich die Kästen abnehme, klopfe ich vorsichtig dagegen und warte erstmal eine Weile. Für das Säubern keine scharfen Reinigungsmittel benutzen, sondern die Kästen einfach kräftig ausbürsten.
Das Nusshaus bei uns im Garten befüllen wir regelmässig.

Igelkinder nur ins Haus nehmen, wenn sie tagsüber herum laufen, und nur wenn sie nach eingehender Beobachtung verwaist wirken. Unbedingt eine Igelstation oder den Tierarzt kontaktieren. Für natürlichen Unterschlupf , etwa Totholzhaufen und Igelhäuser sorgen. Im Garten die Artenvielfalt erhalten, denn die beste Nahrung für Igel sind die Insekten , die sie zum Beispiel unter dem -nicht weggefegten! -Laub finden. Nicht zuviel aufräumen.
Igelhaus aus Stein


Kleiner Igelfilm vom letzten Jahr- bei uns im Garten aufgenommen:

https://www.youtube.com/watch?v=P9ZkLG70oOk
Später hat sich herausgestellt, dass es sich um eine Igelmutter handelt, die erhöhten Nahrungsbedarf hatte. Fünf kleine Igel haben wir den Herbst dann im Garten gesehen und nachts konnte man hören, wie sie im Laub herumkraspeln.



Kürbisse

 



Es wird gerade so schön herbstlich und die leuchtenden orangen Kürbisse gehören einfach dazu. Sehr unkompliziert ist der Hokkaido Kürbis im Anbau ( als vegane Düngung das Beet vorher mit Pflanzenkompost anreichern) , aber auch in der Zubereitung. Vegane Foren sind voll mit leckersten Kürbisrezepten.



Unverzichtbar im Herbst ist jedoch meiner Meinung nach eine vegane Kürbiscremesuppe- sie schmeckt besonders delikat mit Kokosmilch und Ingwer, oder ganz schlicht mit etwas Kürbiskernöl.


Marmelade

Und im Gartenmonat September sind unter anderem die Zwetschgen, Birnen und Brombeeren reif. Zeit für Zwetschgendatschi und Marmeladen. Brombeermarmelade , höre ich oft, ist eine der leckersten Marmeladen, die es gibt.



Das kann ich beinahe bestätigen, wenn es da nicht Birnenmarmelade gäbe probiert es einmal aus. Dafür die Birnen einfach nach einem klasssischem Marmeladenrezept einkochen und mit etwas Bourbonvanille würzen- sehr lecker !

Text und Fotos : Susanne Heine, Autorin von peaceful gardening

Dienstag, 1. August 2017

Bio- vegan Gärtnern im August

Im August ist auch im bio-vegan bewirtschafteten Garten viel leckeres Fruchtgemüse erntereif. Tomaten, Paprika, Zucchini und Kürbisse wachsen und gedeihen prächtig mit rein pflanzlichem Dünger. Zucchini – sie zählen übrigens auch zu den Kürbisgewächsen- hatte ich dieses Jahr grüne, gelbe und runde Sorten gepflanzt. Die runden Zucchini eignen sich supergut zum Befüllen!
Biovegan Gärtnern Runde Zucchini
In meinem ersten Gartenjahr lernte ich u.a. Folgendes dazu : Alle meine Zucchinipflanzen blühten um die Wette. Jeden Tag neue wunderschöne gelbe Blumenkelche. Bis ich merkte, dass sich kaum Früchte zeigten. Während sich in meiner Nachbarschaft und im Social Media die Berichte über eine Zucchinischwemme und damit Rezepte für Zucchinipuffer, Zucchini süß sauer eingelegt, Zucchinispaghetti u.v.m. häuften. Ich durchforstete Foren und fand heraus : Zucchini gehören zu den Starkzehrern und brauchen somit besonders viele Nährstoffe. Man sollte sie nicht nur beim Einpflanzen mit Kompost versorgen, sondern auf jeden Fall weiterhin düngen.



Dazu eignet sich Brennnesseldünger. Auf keinen Fall die Blätter damit begießen. Auch Kürbisse und Tomaten brauchen immer mal wieder eine Düngung. Verdünnte Beinwelljauche oder veganen Dünger aus dem Handel kann man ebenso verwenden! Es hat geklappt:  Innerhalb weniger Tage nach der Düngung zeigten sich die ersten Früchte. Zucchini mögen auch sehr , wenn sie  regelmäßig gegossen werden, am Besten mit lauwarmen Regenwasser. Zu Zeiten der Fruchtbildung benötigen Zucchini Kalium-dies ist im Beinwell enthalten, also dünge ich ich die Pflanze besonders oft  mit der verdünnten Beinwelljauche.
Zucchini im veganen Garten
Zucchini im Hochbeet

Zucchini blüht
Vegan gärtnern: Zucchini
Für die Zucchini in der veganen Küche gibt es viele Rezepte, zur Abwechslung mal als Inspiration eines für die Blüten:

 

 

Veganes Gartenfee-Rezept: Gefüllte Zucchiniblüten

Zucchiniblüten ganz leicht mit Wasser abbrausen. Gekochten Reis (man rechnet pro Blüte mit ca. 2 EL Reis) mit Zwiebeln, Kräutern und Frühlingszwiebeln in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten. Salzen, pfeffern und auf kleiner Hitze köcheln. Mit dieser Mischung die Zucchiniblüten füllen und die Blütenblätter leicht zusammenlegen.In einem Kochtopf stapeln und mit Wasser aufgießen, nicht bedecken! Die Blüten mit etwas Olivenöl beträufeln und das ganze aufkochen lassen. Dazu passt Sojayoghurt mit Kräutern aus dem veganen Garten und Baguette.
 Sehr lecker!


Nach einer Düngung mit Beinwelljauche kam auch der erste Hokkaido-Kürbis zum Vorschein.


Kürbispflanze
Kleiner Hokkaido
Den Tomaten ist die Mischkultur mit Kapuzinerkresse und das Düngen mit Brennesseljauche ebenfalls sehr gut bekommen.
In Erntelücken und wo noch Platz ist, pflanze ich im August Grünkohl  – ein wunderbares, gesundes Wintergemüse. In das Beet arbeite ich vorher Kompost ein, auch Kohl ist ein Starkzehrer und freut sich über den guten Humus, der dadurch ensteht! Grünkohl entwickelt sich sogar unter Schneeschichten und lässt sich bis tief in den Winter hinein ernten. Man sollte beim Pflanzen mindestens 30 cm Abstand halten, weil Grünkohl grosse Blätter bekommt, die weit abstehen. Noch sind die Pflänzchen ganz klein. Ich freue mich schon auf die ersten veganen Gerichte mit Grünkohl!
Grünkohlpflänzchen



Mein Hochbeet im August :-)

Mittwoch, 19. Juli 2017

Aus Alt mach Neu [und wunderschön] - Pflanztisch selbstgebaut

 Pflanztisch Marke Eigenbau


Hier in unserer WG wohnt wunderbarerweise ein Tischler, der super-gerne werkelt.
Neben seinem Job hat dieser fleißige Mensch noch die Energie, in seiner Freizeit Schönes und Praktisches selbst herzustellen.

Upcycling oder aus 'Alt mach Neu'

Vor einer Woche schreinerte er nun diesen Pflanztisch aus Materialien, die einfach weg geschmissen werden sollten. Das gute Stück besteht aus alten Paletten, die er geschliffen, sowie aus Korkresten von einem Baumarkt, mit welchen er die Schubladen ausgekleidet hat.

Die Form durfte ich mir vorher  aus "ergoogelten" Beispielbildern auswählen.
Das Schöne ist, finde ich,  nicht nur das Äussere, sondern auch, dass der Tisch ganz aus Resten gebaut ist. Jetzt wollte ich ihn noch farbig anstreichen, was ich übrigens wahnsinnig gern mache.
Habe Hin und Her überlegt: vielleicht sieht so auf "shabby chic" gut aus ? Oder so Kreidefarben,  altweiß, oder hellblau?
Meine Wahl fiel auf trockene Pigmente von Kreidezeit, mit denen ich schon meine Wände hier -vermischt mit veganer Lehmfarbe- getüncht hatte.
Die Pigmente sind ungiftig, vegan und natürlich.
Vermischt habe ich sie mit Leinölfirniss. Das ist pures Leinöl dem rein pflanzliche Stoffe beigemengt werden, die es schneller trocknen lassen.
Auch das wurde in völlig ungiftiger, bleifreier Version gekauft. Spannend war dann noch, ob es sich gut mixen lässt, da ich da noch keine Erfahrungswerte hatte. Im Internet und auf der Seite des Anbieters fanden sich keine Infos zum Mischen mit Leinölfirniss -nur Beschreibungen, dass die Pigmente mit Hartöl gemischt werden können. Doch es hat alles wunderbar geklappt! So sieht der Tisch nun aus:
Pigment spinellmint (vegan)
Und da ich ihn als reinen Pflanztisch zu schade finde, wird er als Aufbewahrungsmöbel verwendet. Dort räume ich Kräuter, Saaten, Etiketten, Gläschen - halt alles was sich so an "off Garten" Sachen :-) ansammelt, ein . Auch die Gläser für vegane Ringelbumensalbe und die Stoffe für Kräuterkissen werden in einer der Schubladen aufbewahrt.
So ist dieses Stück, wie ich finde, innen und außen schön geworden.
Über so etwas kann ich mich viel mehr freuen als wenn ich es in einem Möbelhaus gekauft hätte. Auch alte Möbel vom Sperrmüll lassen sich wunderbar umwandeln.
                                            Probiere es doch mal aus-es macht echt Spaß!
Was macht die denn da drinnen ? Und warum dürfen wir da heute nicht rein?

Dienstag, 11. Juli 2017

Vegan Gärtnern: die Mischkultur, eine effektive und dabei tierfreundliche Methode

Wer kann gut mit wem?

Bestimmte Pflanzen “können” gut oder nicht miteinander, bzw. schützen, unterstützen sich gegenseitig oder das Gegenteil. Das ist gleichzeitig eine sanfte und vegane Methode, um die Pflanzen optimal zu schützen. Übrigens bio -vegan, dass heißt ganz ohne Gifte und ohne „Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen“.



Hier ein paar Beispiele:
kapuzinerkresse und tomaten1
Tomaten und Kapuzinerkresse

Bohnenkraut zwischen Bohnen
Bohnen und Bohnenkraut

Gute Nachbarschaft der Pflanzen



Dieses Gemüse

Blumenkohl 
verträgt sich gut mit


Endivie, Salat, Sellerie


Buschbohnen Bohnenkraut, Endivie, Salate, Radieschen
Eissalat Lauch, Sellerie
Erbsen Fenchel, Möhren, Radieschen, Rettich, Salate, Sellerie
Erdbeeren Knoblauch
Kohlrabi Rote Bete, Salate, Sellerie, Spinat, Zwiebeln
Mangold Bohnen, Möhren, Radieschen, Rettich, Salate
Möhren Endivie, Erbsen, Knoblauch, Salate. Zwiebeln und Lauch (Schutz gegen Möhren- und Zwiebelfliegen) und Dill (Geschmack)
Porree (Lauch) Endivie, Kohl, Kohlrabi, Möhren, Sellerie
Rosenkohl Lauch, Sellerie
Rote Bete Bohnen, Kohl, Kohlrabi, Zwiebeln
Salate
Borretsch , Dill, Kerbel, Fenchel, Möhren, Radieschen, Rettich,

Sellerie Blumenkohl, Brokkoli, Kohl, Kohlrabi, Lauch, Tomaten
Spinat Chinakohl, Grünkohl, Kohlrabi, Radieschen
Wirsing Lauch, Rote Bete, Sellerie, Spinat, Tomaten
Tomaten Kapuzinerkresse und Kresse, Petersilie, Zwiebeln, Basilikum.
Zucchini Mais, Rote Bete, Tomaten

Freitag, 16. Juni 2017

Bio-vegan Gärtnern im Juni

Ein paar sonnige Tage und alles wächst und gedeiht. Der Juni ist ein Monat, in dem all die vorherigen „Gartenmühen“ belohnt werden. Täglich entdecke ich neue Pflanzen im Garten. Die Bohnen spriessen, die Kräuter duften und der Kohlrabi -noch vor Kurzem waren es ganz kleine Pflänzchen- ist bald erntereif!
Der wunderhübsche Beinwell blüht und wird von Hummeln umringt. Auch das Johanniskraut blüht und die erste Ringelblume traut sich vorsichtig gegen Ende Juni heraus. So habe ich für diesen Monat vor allem den Tipp, den Garten einfach einmal mit allen Sinnen zu geniessen.
An Arbeiten fallen viele kleine Dinge an, etwa das Tomaten „ausgeizen" , immer wieder Salat zu säen und die Pflanzen -idealerweise am Morgen-regelmässig zu gießen.

Erste Ringelblume im Juni



Knackiger Salat für die vegane Küche
Konventionell angebauter Salat weist oft einen enormen Pestizidgehalt auf, darum baue ich ihn besonders gern selbst bio-vegan an.

Im Beet habe ich Lollo Rosso Salat, und auch in die Blumenkästen säe ich statt Geranien Wildblumen für die Insekten oder eben Salate, etwa Asiasalat und grünen Pflücksalat. Dort ist es schneckensicher, und wenn man ein paar Blätter oder das Herz stehen lässt, dann wachsen einige Salatsorten immer wieder nach.
Beinahe täglich ernten wir nun knackig frischen Salat aus dem Garten.
Unkompliziert ist auch der Rucola, zudem ist er sehr schnell erntebereit. Sehr lecker schmeckt er auf veganer Pizza.

vegan gärtnern
Salat und Wandelröschen
Salate im Beet
Knackige Ernte
Anfang Juni habe ich Pflanzenjauchen, u.a.  aus Brennnesseln neu angesetzt -das ist ein natürlicher veganer Dünger direkt aus dem Garten! Es geht sehr einfach , hier kann man es nachlesen. Ausserdem empfiehlt es sich, zwischen den Gemüsereihen mit Grasschnitt, Heu oder Stroh zu mulchen. Das Mulchen sorgt für einen fruchtbaren Boden durch Humus und schützt den Boden vor Austrocknung.
Hinweis für die Tiere: Um diese Zeit sind Jungvögel unterwegs, bitte beim Rasenmähen aufpassen. Die Tonnen, Eimer und Bottiche immer ( nicht nur um diese Jahreszeit) abdecken, denn Jungvögel, Eichhörnchen und andere Tiere können darin sonst ertrinken!
Pak Choi im Blumenkasten
Pak Choi im Kasten
Pak Choi- toll als Salat oder Wokgemüse

Mittwoch, 31. Mai 2017

Blüten im Garten Ende Mai

Blüten im Maigarten
Das und vieles mehr blüht gerade so schön im Garten.
Von li. nach re. : Storchschnabel, Holunder, Leimkraut, Wildrose( rosa), Beinwell, Wildrose (weiß), Margerite,Frauenmantel

Da passt dieses Zitat wirklich gut :
"Blumen sind das Lächeln der Erde."
Ralph Waldo Emerson
Amerikanischer Schriftsteller (1803 - 1882)

Donnerstag, 4. Mai 2017

Wozu ein bio-veganes Gartenbuch , und wie geht das überhaupt, das vegane Gärtnern ?


biovegan gärtnern und peaceful gardening

Ein kurzes Interview
auch nachzulesen beim Bund für vegane Lebensweise :

Da wir vom BVL gerne gärtnern, haben wir Susanne Heine – der Autorin des Gartenbuches peaceful gardening – Fragen zum veganen Garten gestellt:


1. Welche Lücke schließt deiner Meinung nach ein bioveganes Gartenbuch?

In handelsüblichen Düngemitteln findet man tierische Produkte wie Haarmehle u. Knochenmehle,  die nicht deklariert werden müssen. In den Büchern über das Biogärtnern stößt man immer wieder auf die Empfehlung, diese Düngemittel oder auch Hornspäne zu verwenden. Hornspäne sind übrigens nicht nur aus Hörnern, sondern größtenteils aus den Klauen der getöteten Tiere und können ganz leicht durch pflanzliche Stoffe ersetzt werden!
Zudem liest man selbst in sehr achtsamen Gartenbüchern, die von einem naturnahen Garten handeln, immer wieder Tipps, wie man beispielsweise Schnecken tötet und Fallen für Mäuse aufstellt.
Ein rundherum tierfreundliches Bio-Gartenbuch hat gefehlt, finde ich.


2. Was hältst du davon Regenwurmfarmen anzulegen, Laufenten zu halten oder bestimmte sogenannte Nützlinge anzuschaffen, die dann andere Insekten töten (welche an unser Gemüse wollen) ?
Eine ausgeprägte “Nützlinge” gegen “Schädlinge” Strategie, also bestimmte Tiere anzuschaffen um andere zu vertreiben, halte ich für kurzsichtig. Ich bin eher ein Vertreter des behutsamen Gärtnerns und außerdem habe ich als (ethisch motivierte) Veganerin die Einstellung, dass kein Tier auf der Welt ist, nur um eliminiert oder für unsere Zwecke gehalten zu werden. Auch Laufenten zu halten, damit sie Schnecken vertilgen, widerspricht diesem ethischen Gedanken.
Okay wäre es, wenn ich – wie ein Lebenshof – befreite Enten habe, oder, wenn ich im Garten Lebensräume für freie Tiere schaffe. Letztendlich möchte ich aber nicht so viel eingreifen und die Natur machen lassen, denn sie balanciert sich so gut von selbst aus, das kann man sehr gut in einem bioveganen Garten beobachten, jeden Tag. Ich habe auch Rezepte für Pflanzenschutzmittel im Buch, diese werden jedoch nur vorbeugend genutzt, zum Beispiel wird ein Sud aus Kapuziner Kresse auf das Beet gesprüht , um Schnecken fernzuhalten.


3. Wie bist du an die Sache herangegangen und erntest du auch viel in deinem tierfreundlichen Garten?
Ich habe nach sanften Methoden gesucht und diese ausprobiert. Wie zum Beispiel das Mulchen oder das Düngen mit Beinwelljauche. Außerdem schätze ich die Mischkultur, sie ist sehr effektiv, denn Pflanzen schützen und unterstützen sich gegenseitig – ganz ohne Chemie und dabei gewaltfrei. Und ich habe mich im Handel nach veganen Düngemitteln , sowie nach veganer Blumenerde umgeguckt, und auch herausgefunden, wie ich sie selbst mische.
Nach 6 Jahren Erfahrung kann ich sagen: das friedliche, biovegane Gärtnern funktioniert, ich ernte auf diese Weise jedes Jahr einiges an Gemüse, Obst und Kräutern!
Ernte im bioveganen Garten von Susanne Heine
Ernte im bioveganen Garten

Pressemeinung zum Buch:
„Das biovegane Gartenbuch –peaceful gardening– liest sich wie ein schöner Erlebnisbericht. Veganerin Susanne Heine erzählt, wie man allein mit Pflanzenkraft wunderbar gärtnern kann, was die Symbiose mit freilebenden Tieren bewirkt und welche Blumen, Beeren, Kräuter und Gemüse sich für den bioveganen Garten perfekt eignen.“ A. Ringhofer **Maxima**

Donnerstag, 27. April 2017

Biovegan Gärtnern : Wie befülle ich mein Hochbeet?

So befülle ich als Veganerin- die keine Schlachtabfälle oder Tiermist als Dünger verwendet- das Hochbeet :

Meine Hochbeet-Füllung besteht aus 4 Schichten

  

Letztes Jahr haben wir ein Hochbeet gebaut, hier berichte ich davon.
Es ist 2 m lang, 1 m breit und 95 cm hoch, wovon 65 cm befüllbar sind ( es steht auf 6 Holz- Füßen)
Als erstes habe ich eine Schicht Gartenabfälle eingefüllt.
Diese 1.te Schicht ist ca. 20 cm hoch und beinhaltet:
Äste, viel Laub ( kein Walnussbaum- Laub, das hat scharfe ätherische Öle und ist nicht geeignet), Holzhäcksel, Zweige, Grassoden, eben Grünabfälle jeglicher Art.
Hochbeet im veganen Garten
Befüllung mit Humus vom Kompostwerk

Darauf  habe ich die 2.te Schicht gepackt, sie ist aus  ca. 20 cm. Gartenerde, teils auch von " unseren" :-)  Wühlmaushügeln, diese habe ich großzügig mit halbreifen und grobem Kompost gemischt. Im Hochbeet sollen ja auch lange die Nährstoffe enthalten sein.

Die 3.te Schicht ist ca. 10 cm hoch und besteht in meinem Hochbeet aus Humus vom Kompostwerk- nach dem nächst gelegenem habe ich gegoogelt. Der Humus von dort ist üblicherweise  rein pflanzlich! (Ich frage trotzdem immer nach.)

Die 4. Schicht ist auch ca. 10 cm hoch und ist aus reifem feinen Kompost.
Diese wird bepflanzt und dann auch im nächsten Jahr wieder aufgefüllt.

Alternativen:
Wer nicht soviel Kompost zur Verfügung hat, für die /den ist zum Beispiel  rein pflanzlich aufgedüngte Hochbeeterde von Dehner eine Option. Mittlerweile gibt es Bio Pflanzerde, torffrei und vegan sogar bei Rewe.
Sie ist auch pflanzlich aufgedüngt und hat die Aufschrift " ..auch für Veganer geeignet."

Ich freue mich darüber, denn das zeigt mir:  veganes Gärtnern wird salonfähig & kommt so langsam in den Köpfen an. :-)

Noch eine gute Möglichkeit ist es, den Humus/Erde vom Kompostwerk auch als letzte ( 4. te )Schicht einzufüllen und diese mit etwas Maltaflor, Ackerbohnenschrot oder Phytoperls aufzudüngen. Ich mische das immer nach Gefühl darunter, schätzungsweise im Verhältnis 1/10.
Gemüse aus dem biovegan befülltem Topf & Hochbeet

Letztes Jahr bin ich damit sowas von gut gut gefahren, mein Hochbeet war voller Gemüse,  Kräuter und auch Blumen haben nicht gefehlt. Ich hatte eine Purpurwinde in das Hochbeet gepflanzt.
purple flower - morning glory

Dieses Jahr habe ich die oberste Schicht wieder mit Humus vom Kompostwerk aufgefüllt, leicht gedüngt mit Maltaflor Dünger ( weil ich davon noch so viel habe) , und erstmal gegossen und 2 Wochen gewartet. Nun werde ich u.a. viel Salate ( Mittelzehrer )dort pflanzen, denn im ersten Jahr hatte ich auch Starkzehrer wie Zucchini darin. In diesem kurzen , wie ich finde, schönen Film über meinen Garten der Sendung MDR Garten lässt sich unser Hochbeet samt biovegan angebautem Gemüse sehr gut sehen:http://www.mdr.de/mdr-garten/gartenpraxis/biovegan-100.html
Oder hier gleich direkt  zum Video :
http://www.mdr.de/mdr-garten/gartenpraxis/video-97014.html

Hochbeet noch ohne Bodenlatten
Hier möchte ich einmal genauer zeigen, wie der Boden des Hochbeetes gebaut wurde:
Hochbeet mit Boden und Querleiste
Hochbeet