Mittwoch, 21. Januar 2015

Gartentipp : Veganer Dünger für den Biogarten- einfach selbstgemacht !

 Brennnessel-und  Beinwelldünger


Sich veganen Dünger selbst zu machen ist eine gute Alternative zu Düngern im Handel, die leider oft ( ohne dass es auf der Zutatenliste erscheint ) mit Tierprodukten "angereichert" werden.

Brennnesseln und die Pflanze Beinwell sollten ohnehin in keinem veganen Garten fehlen.
Es gibt einen Haufen Gründe dafür, hier einige davon :

Brennnesseln sind eine wertvolle Nahrung für die Raupen der Schmetterlinge , sage und schreibe ca.50 (!) Schmetterlingsarten ernähren sich von ihr. Die Blätter des Beinwells sind mineralstoffhaltig, also ein wertvoller Dünger und die Blüten dienen auch Hummeln als Nahrung!
Beinwell lässt sich ganz einfach im eigenen Garten ansiedeln, die Pflanze ist pflegeleicht und kommt treu immer wieder!
Sie sieht auch schön aus, mit ihren violetten, hellblauen  oder rosafarbenen Blüten.
Ehrlich: Ich liebe den Beinwell, darum habe ich hier noch einen extra Blogtext über diese Pflanze geschrieben.

Beinwell- wunderhübsch und praktisch im veganen Garten

Beinwell speichert vor allem Kalium in den Blättern, dass ergibt einen Kalireichen Dünger! Kalium ist ein  wichtiger Nährstoff  für die Fruchtbildung. Darum empfiehlt sich Beinwelljauche oder Beinwellmulch besonders für Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Zucchini!
veganer dünger für tomaten
Tomaten lieben den kalireichen Beinwelldünger

Die Brennnesseljauche enthält sehr viel Stickstoff ( Nitrat), das ist u.a. wichtig für das Wachstum der Pflanzen.

Nun aber zur Sache...

So einfach lässt sich aus diesen Pflanzen veganer Naturdünger und/oder Pflanzenschutzmittel aus dem eigenen Garten herstellen:
1. Handschuhe anziehen und mit einer Schere Brennnesseln oder/und  Beinwell schneiden. Die Blätter des Beinwell brennen zwar nicht so wie Brennnesseln, aber sie haben Borsten, und besonders die größeren können ganz schön pieken.
vegan düngen mit Brennnesseln
Brennnesseln und Wasser -mehr braucht man nicht für veganen Dünger



2. Die Pflanzenteile anschliessend  in einen Holzbottich oder Plastikeimer füllen.
Darauf achten,  kein Metallbehältnis zu nehmen, es entstehen sonst gefährliche chemische Verbindungen.
Veganer Dünger Gartenblog vegan
Beinwelljauche ein hervorragender veganer Dünger

3. Den Eimer füllt man ganz mit Brennesseln oder Beinwell – man verwendet übrigens alle Teile der Pflanzen- und dann gießt man mit Wasser- am besten Regenwasser- auf. Verhältnis: ca. 1 Kg Pflanzenmaterial zu 10 Liter Wasser. Den Ammoniakgeruch , der ensteht, kann man mildern, indem man etwas Gesteinsmehl dazu tut.

4. Den Eimer nun an einen relativ warmen Platz im Garten aufstellen, mit einem Gitter abdecken, damit keine Tiere darin ertrinken können, und mit einem Holzstab täglich einmal umrühren.
Gesteinsmehl hilft den Geruch zu mindern


Nach ca. 2 Wochen , wenn sich keine Bläschen mehr bilden, ist die Jauche fertig und kann verdünnt als Dünger verwendet werden.

Die Jauche gärt vor sich hin. Das Gitter sorgt dafür, dass keine Tiere darin ertrinken können.
Vegan Düngen

Verdünnungsverhältnis : ca.1:10
Achtung, bei Jungpflanzen stärker verdünnen: ca.1:20
Im Bodenbereich der Pflanzen damit gießen.
Ich verwende es sehr sparsam, mische es in der Gießkanne und gieße damit alle Gemüsepflanzen bis auf die Leguminosen ( Bohnen, Erbsen ) und Kräuter. Einzige Ausnahme ist Liebstöckel, er verträgt eine Düngung mit Jauche.

Für die Verwendung als Pflanzenschutzmittel  nur 1, 2 Tage ziehen lassen und anschliessend filtern. Dadurch entsteht eine Jauche, mit der man die Blätter direkt besprüht. 

Anregung: Man kann auch eine Mischjauche aus beiden Pflanzen machen oder nach diesem Grundrezept auch andere Jauchen herstellen, z. B. aus Ackerschachtelhalm.
Diese lassen sich auch mit Kräutern anreichern, die Wirkstoffe der meisten Kräuter eignen sich gut zur Stärkung von Pflanzen.
Gemüsebeet im bioveganen Garten


Noch ein Tipp: achtet bei gekauften Düngemitteln darauf, dass sie wirklich rein pflanzlich sind. Die Schlachtnebenprodukte wie Haarmehl und Knochenmehl verstecken sich hinter allgemeinen Bezeichnungen. Lieber eine Produktanfrage beim Händler machen!
Ich empfehle euch sowieso eher die selbstgemachten Dünger, oder einen Komposthaufen, da weiß man was man hat ! :-)



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